Die Voraussetzungen für eine Tiny-House-Siedlung schaffen

Alternative Wohnformen erfreuen sich auch in Deutschland einer wachsenden Beliebtheit. Zu diesen gehört auch das Wohnen in „Tiny Häusern“. Die Tiny House Bewegung, die Ihren Ursprung in den USA hatte, erfreut sich zunehmender Beliebtheit auch in Deutschland. Immer mehr Städte und Gemeinden ermöglichen durch Bereitstellung entsprechender Grundstücke solche innovativen Wohnformen.

Der Nutzerkreis in Deutschland kann grundsätzlich in folgende Gruppen gegliedert werden (Quelle: Wikipedia):

  • Personen, die ihren Aufwand hinsichtlich der Größe des Wohnraums, der Grundstücksfläche sowie der damit verbundenen Kosten reduzieren möchten
  • Berufstätige oder Studenten, die temporär an einem anderen Standort Wohnraum benötigen
  • Haushalte, die ein Tiny House als Ferien- oder Wochenendhaus nutzen möchten
  • Selbstständige und Gewerbetreibende, die Tiny Houses als Büro, Personalwohnungen oder als Ferienhaus zu gewerblichen Zwecken nutzen möchten.

Nur wenige Beispiele:

  • Seit 2019 gibt es die Tiny House-Siedlung Albgau in Karlsruhe-Ettlingen, die mit rund 15 Stellplätzen für Tiny Houses on Wheels auf dem Areal eines Campingplatzes entstanden ist. Dort können die Bewohner auch ihren Erstwohnsitz anmelden. Derzeit sind alle Parzellen belegt, die zwischen 80 und 100 Quadratmeter groß sind.
  • Der Stadtentwicklungsausschuss der bayerischen Stadt Erding hat im Januar 2021 einen Aufstellungsbeschluss gefasst, auf einer ca. 6.800 qm großen Fläche die Aufstellung von rund 20 Tiny Houses zu ermöglichen. Die Tiny Houses können zwischen 30 und 50 Quadratmeter groß sein. Die Parzellen sind mittlerweile alle vergeben.
  • In einem Neubaugebiet in Löffingen-Dittishausen, einer Gemeinde im Schwarzwald, sollen auch Tiny Houses zugelassen werden. Der Gemeinderat hat einen entsprechenden Bebauungsplan verabschiedet. Zwei große Grundstücke im Allgemeinen Wohngebiet, unterteilt in kleine Flächen, sollen Entwicklungsmöglichkeiten für kreisförmig angelegte Tiny-Häuser in verschiedenen Größen bieten. Bis zu 21 Minihäuser sind möglich, die zwischen acht und 60 Quadratmeter groß sein können.

Als Vorteile von Tiny Houses werden genannt:

  • Geringe Baukosten, Geringe Unterhaltskosten, geringe Umweltbelastung, wenig Zeitaufwand fürs Putzen, Aufräumen und die Instandhaltung, Mobilität und Flexibilität, Möglichkeit, um schnell Wohnraum zu ergänzen und der zunehmende Minimalismus-Trend.

Als Nachteile von Tiny Houses werden genannt:

  • Tiny Houses sind nicht familientauglich, aufwendiges Genehmigungsverfahren, weniger Wohnkomfort, kein Platz für Gäste, Beschränkungen beim Hausrat und Tiny Houses sind nicht barrierefrei.

Die Stadt Merzig als innovative Gemeinde im Dreiländereck sollte diese Nachfrage nach solchen Wohnformen aufgreifen und eine entsprechende Fläche ausweisen.

Antrag:

Der Stadtrat Merzig fordert die Verwaltung auf, dem zuständigen Fachausschuss einen entsprechenden Flächenvorschlag zur weiteren Beratung zu machen.

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