NABU Merzig kritisiert Merziger Forstpolitik

 

In einem Brief des NABU bittet dieser die Fraktionen im Stadtrat Merzig um Stellungnahme zu den schrecklichen forstlichen Maßnahmen im Mühlental.

Die eindeutige Haltung und Meinung des Grünen Stadtratsfraktion zum Umgang mit dem Stadtwald insgesamt und zum Fall Mühlental ist bekannt und wird deshalb als bekannt vorausgesetzt. Diese wurde im Zusammenhang mit den Vorgängen im Mühlental und dem Antrag der CDU Fraktion zum Rückschritt in der Merziger Waldpolitik in der öffentlichen Sitzung des Stadtrates dezidiert erläutert und die Saarbrücker Zeitung hatte diese auszugsweise wiedergegeben.

Insofern wird auf eine Wiederholung bekannter klarer Positionen für mehr Waldschutz und weniger Forstnutz verzichtet. Nur so viel: Die Maßnahme im Mühlental war vermeidbar, wurde zur Unzeit (Brut- und Setzzeit) und in einer Art und Weise durchgeführt, die mit einem schonenden Umgang mit dem Wald nichts, aber auch gar nichts zu tun hatte. Auch wurde ein Alternativvorschlag der viel kostengünstiger und in der Ausführung praktisch unsichtbar gewesen wäre nicht aufgegriffen.

Die Grüne Fraktion strebt für den Stadtwald gerade nicht den Zustand von Panzerübungsgeländen an, den der CDU Fraktionsvorsitzende und Soldat Auweiler in seiner Antragsbegründung als Beispiel von besonderer ökologischer Bedeutung und  Artenvielfalt bemühte. Wir wollen Wald und nicht Forst und dies auf Grundlage eines Grundsatzurteils des Bundesverfassungsgerichts: „Die Bewirtschaftung des Körperschafts- und Staatswaldes dient der Umwelt- und Erholungsfunktion des Waldes, nicht der Sicherung von Absatz und Verwertung forstwirtschaftlicher Erzeugnisse.“ (BVerfG, Urt. v. 31.05.1990, NVwZ 1991, 53).

Warum der NABU erst aktiv wurde, nachdem die Maßnahme schon lange vorüber ist und er nicht seine exklusiven Möglichkeiten genutzt hat, das Waldmassaker während der Brut- und Setzzeit zu stoppen, kann nur der NABU selbst beantworten.  Verwunderung auch, warum der NABU nicht die Frage nach der drohenden Hochmechanisierung der Waldarbeit als Folge des GROKO-Beschlusses gestellt hat.

 

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