Merzig setzt Zeichen: Keine Holzexporte in die weite Welt

Antrag an den Stadtrat

Der Klimawandel schreitet unaufhörlich voran und trotz aller Bemühungen, den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren, nimmt deren Konzentration jährlich zu. Deshalb ist das Ausschöpfen aller Möglichkeiten notwendig, um vermeidbare CO2-Emmissionen zu reduzieren. Dies bedeutet auch Verantwortung gegenüber unseren Einwohnerinnen und Einwohnern zu tragen.

Eine Möglichkeit besteht darin, den Wald als CO2-Senke nicht nur vorbildlich zu bewirtschaften damit sein CO2-Bindevermögen optimiert wird, sondern die klimaschädlichen Exporte durch Holzaufkäufer, die zunehmend den Asiatischen und Amerikanischen Markt bedienen, nicht durch den Verkauf entsprechender Bäume aus dem Stadtwald zu unterstützen. Dies würde auch unsere holzverarbeitenden Betriebe unterstützen, die durch diese neue Entwicklung auf dem globalen Holzmarkt unter starken Druck geraten sind.

Die öffentliche Hand hat, anders als der private Waldbesitz, nicht nur eine besondere Vorbildfunktion, sondern auch eine andere Aufgabe im Umgang mit den ihr anvertrauten Wäldern. Nach einem Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichts dient der öffentliche Waldbesitz in besonderer Weise der Umwelt- und Erholungsfunktion des Waldes und nicht der Sicherung von Absatz und Verwertung forstwirtschaftlicher Erzeugnisse. Es liegt daher in der besonderen Verantwortung der Kreisstadt Merzig, ihre eigenen Handlungsspielräume zu nutzen, um der Notwendigkeit und Dringlichkeit der Bekämpfung der Biodiversitäts- und Klimakrise gerecht zu werden und beide Krisen endlich als das zu behandeln, was sie sind und zwar existenzbedrohende Krisen.

Vor diesem Hintergrund hat die Grüne Fraktion folgenden Antrag gestellt:

Der Stadtrat Merzig fordert die Verwaltung auf, Bäume aus dem Stadtwald nicht mehr dem weltweiten Export zur Verfügung zu stellen (auch nicht über den Holzhandel), sondern nur noch die Märkte in Deutschland, Frankreich, Belgien, Luxemburg und in den Niederlanden zu bedienen, die dort die Rohhölzer aus dem Stadtwald weiterverarbeiten bzw. veredeln. Dies unterstützt den Grundsatz „Global denken -Lokal handeln“, ein Grundsatz der für die Abmilderung der laufenden Umweltkrisen (Biodiversität und Klima) von existentieller Bedeutung ist.

 

Das Bild wurde von Herrn Prof. Dr. Pierre Ibisch, Hochschule für Nachhaltige Entwicklung, zur Verwendung freigegeben

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