Auwälder für Merzig

 

In der letzten Sitzung des Stadtrates wurde der Beschluss gefasst, städtische Flächen zu ermitteln um über eine Neuanlage von Wald zur Optimierung der CO2-Bindung beizutragen. In der vorberatenden Ausschusssitzung hatte die Verwaltung ausdrücklich darum gebeten, entsprechende Vorschläge zu unterbreiten. Die Grüne Fraktion hat diese Aufforderung aufgegriffen und einen entsprechenden dezidierten Antrag gestellt. Hier einige zentrale Punkte zum Antrag:

Die Naturschutzoffensive 2020 der Bundesregierung legt einen besonderen Fokus auf Auwälder.

Auen – Dem Leben zwischen Wasser und Land mehr Raum geben

Naturnahe Auen sind in Deutschland selten geworden. Fast überall wurde den Flüssen ein enges Korsett angelegt, und die Funktionen der Auen wurden erheblich eingeschränkt. Nur 10 Prozent der Flussauen sind noch ökologisch intakt. Auen als grüne Infrastruktur sind auch für die Hochwasservorsorge von entscheidender Bedeutung. Es muss deutlich mehr getan werden, um die Auen als natürliche Räume zum Ausgleich von Wassersstandsschwankungen und als Lebensraum für viele seltene Tier- und Pflanzenarten sowie für Auwälder, die nur hier existieren können, zurück zu gewinnen.

Die Saarländische Biodiversitätsstrategie greift dieses Ziel der Naturschutz-offensive 2020 in einem eigenen Landesprogramm auf:

Die Ziele für das Handlungsfeld Auen und Gewässer lauten daher: 6. Erhaltung und Entwicklung reich strukturierter Fließgewässer mit ihren Auen zur Förderung gewässerbegleitener Lebensraumtypen wie Bach- und Flussauenwälder, Nasswälder.

Soweit zur Bedeutung von Flussauen, Nasswäldern aus ökologischer Sicht und die daraus abgeleiteten Ziele des Bundes und Landes.

Diese Waldtypen haben wegen ihrer besonderen Dynamik und Wuchskraft eine herausragende Bedeutung als CO2-Senke und für das Lokalklima, da Bach- und Flusstäler durch ihre Topographie Frischluft- und Kaltluftschneisen darstellen.

Insofern sollten auch solche Bereiche in das Bewaldungskonzept integriert  werden, da sie mehrere positive Effekte geradezu ideal miteinander verbinden. Natürlich sollten alle Flächen eine gewisse Mindestgröße besitzen (Vorschlag i.d.R. mindestens 0,5 Hektar), damit diese überhaupt einen Wald (aus ökologischer Betrachtung) bilden können.

Besonders eignen sich die großen Eigentumsflächen der Stadt Merzig in der Saaraue, um mit der Anlage von Auwäldern einen besonderen Beitrag zum Klimaschutz und zur Biodiversität zu erbringen.

Nach Auswertung von entsprechenden Karten, die die Stadtverwaltung zur Verfügung gestellt hat, könnten auf einer Gesamtfläche von rund 23 Hektar Auwälder wiederhergestellt werden. Wiederhergestellt? Es bleibt anzumerken, dass vor der Kultivierung durch den Menschen, die Saaraue ein geschlossener Auwald war.

„Diese 23 Hektar Auwald wären zukünftig in der Lage eine Menge von ca. 350 Tonnen CO2/Jahr zu binden, sie würden damit einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz und zur Förderung der Biodiversität leisten und den Verkehrslärm im Saartal deutlich  reduzieren (natürliche „Lärmschutzwand“). Auch touristisch stellen Auwälder besondere Besuchermagneten dar, aber dies ist ja bekannt und sie würden die durch landwirtschaftliche Monokulturen stark überformte Saaraue mit den Spazier- und Radwegen erheblich und der geplanten Entwicklung (Stichwort Saar-Park) aufwerten. Unabhängig davon würde ein solches Zukunfts-Projekt Merzig weit über die Grenzen hinaus bekannt machen“, so Klaus Borger, Fraktionsvorsitzender.

Zur weiteregenden Information zur Bedeutung von Au- und Feuchtwäldern und schon existierenden Projekten die gefördert werden, verweise ich auf die einschlägige Literatur.

 

 

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