Am heutigen Nachmittag waren wir im Merziger Wald unterwegs. Genauer gesagt in der 80 ha großen Parzelle für die die Stadt Merzig ein Interessenbekundungs-Verfahren in die Wege geleitet hat.
Zurecht stellen sich viele Fragen. Auf Initiative des Nabu Merzig fand daher heute die dritte Begehung des Waldstückes statt.
Kommunalen Wald zu verkaufen, ohne Beteiligung der Bürger? Das geht nach unserem Dafürhalten nicht. Die Stadt Merzig sieht sich hier als Souverän darüber, ob der Bürger informiert wird oder mitreden darf. Noch ist nichts verkauft, aber das Verfahren, sollte es mit mit einem „Erfolg“ enden, könnte Schule machen und andere Gemeinden ermutigen ebenso zu verfahren. Es kann nicht zielführend sein Löcher im Haushalt mit dem Verkauf kommunaler Waldflächen zu stopfen. Ein Einmal-Effekt, der zudem auch der Befriedigung von Jagdinteressen solventer Personenkreise dienen könnte, ist doch die betroffene Fläche jagdlich verpachtet und größenmäßig für eine Eigenjagd geeignet. Beispiele dafür, was passieren kann wenn die öffentliche Hand ihr Tafelsilber veräußert, gibt es zur Genüge.
Betrachtet man es unter dem Aspekt der Bedeutung unseres Waldes für unser aller Zukunft, ist ein möglicher Verkauf ebenfalls abzulehnen. Neben der Funktion als CO2-Speicher und Erholungsort ist auch die Bedeutung des Waldes für unser hervorragendes Trinkwasser hervorzuheben. Es muss nicht zwingend sein, dass ein privater Besitzer schlechter mit dem Wald umgeht. Indes sind aber die Möglichkeiten der Steuerung deutlich beschränkter. Ob die Einhaltung der geforderten Mindeststandards am Ende kontrolliert und durchgesetzt werden kann, ist fraglich.
Ebenso stellt sich die Frage warum dies die einzige Option darstellt kurzfristige Effekte zu erzielen. Über andere, möglicherweise ebenso auskömmliche Konzepte wird nicht nachgedacht und eine langfristige Aufrechnung der Erträge und Effekte wird dem nicht gegenüber gestellt. Allein schon das sollte aber im Interesse der Bürger sein und spricht für deren Einbeziehung ins Verfahren.