Mehr Grün statt Beton – Merzig auf die prognostizierte Heißzeit vorbereiten

 

Antrag an den Stadtrat Merzig

 

Unabhängige Wissenschaftler prognostizieren eine deutliche Erderwärmung, selbst wenn die Ziele des Pariser Klimaabkommens eingehalten würden.

Neben Auswirkungen auf die belebte Umwelt (Tiere, Pflanzen und ihre Lebens-räume) und die Landnutzung (Land- und Waldwirtschaft), werden aber gerade Siedlungsräume und die dort lebenden Menschen direkt von dieser Erwärmung betroffen sein. Viele Städte haben deshalb schon seit Jahren Maßnahmen ergriffen, um die Lebensqualität der Siedlungsräume durch gezielte Begrünungen, Entwicklung von Frischluftentstehungsbereichen und Kaltluftschneisen vorausschauend zu verbessern.

„Es ist bekannt, dass in baumfreien Bereichen die Temperaturen in Schnitt bis über 20 Grad Celsius höher liegen, als durch Bäume beschattete Bereiche  und Straßenzüge mit Bäumen senken die Lärmbelastung aus Verkehr erheblich.

Auf Initiative der Grünen im Stadtrat hatte die Stadtverwaltung erste Gedanken für ein Durchgrünungskonzept entwickelt (leider nur für die Innenstadt) und im Jahr 2011 verschriftet und vorgestellt“, so Klaus Borger.

Bis auf die Baumschutzsatzung, die eine gewisse Selbstbeschränkung für die Stadt Merzig bedeuten würde und die deshalb abgelehnt wurde, fanden die übrigen Bereiche des Konzeptes ungeteilte Zustimmung.

Im Konzept wurden sogenannte Defiziträume ausgewiesen. So unter anderem Gewerbeflächen, Flächen im zentralen Innenstadtbereich, Waldstraße und Losheimer Straße. Von Bedeutung ist in diesem Zusammenhang, dass diese Defiziträume in den Baumpflanzungen vorgeschlagen wurden, auch aktuelle Planungsgebiete umfassen.

„Ein hohes Potenzial zur Frischluftversorgung hat der Seffersbach und Ritzerbach und Beeinträchtigungen durch Überbauungen werden im Durchgrünungskonzept herausgestellt. Leider beschränkt sich dieses Durchgründungskonzept auf die Kernstadt. Auch für unsere Stadtteile müssen entsprechende Überlegungen angestellt werden, denn hier leben auch Menschen“, so der Vertreter der Grünen.

Leider wird das Konzept nicht in der Konsequenz umgesetzt, insbesondere was die erforderliche Anpflanzung von Bäumen betrifft. Im Gegenteil, in den letzten Jahren werden zunehmend Baumverluste zur Kenntnis genommen und in unserer Stadt wird mehr in Beton als in Hochgrün investiert.

Deshalb ist folgendes umgehend zu planen und umzusetzen:

  1. Das Durchgrünungskonzept ist für alle Stadtteile fortzuschreiben
  2. Die im Durchgrünungskonzept bereits vorgeschlagenen Maßnahmen sind zeitnah umzusetzen
  3. Diese Thema muss zu einem zentralen Leitgedanken in der Stadtplanung werden
  4. Aktuelle Planungen sind entsprechend zu ergänzen bzw. zu aktualisieren
  5. Die Baumschutzsatzung ist endlich in Kraft zu setzen

„Wir müssen heute handeln und nicht erst morgen oder übermorgen!. Immerhin benötigt ein Baum ca. 30 Jahre um seine wohltuenden Wirkungen für das Mikroklima und damit uns Menschen zu entfalten. Lebenswerte Wohn- und Arbeitssituationen müssen gerade in Zeiten des Klimawandels und der bereits stattfindenden Überhitzung der Siedlungsräume auch zu einer verantwortlichen Stadtentwicklung gehören. Nur in Beton und Asphalt zu träumen und zu  investier-en ist keine verantwortliche Stadtentwicklung“, so Klaus Borger.

 

Bild: Der Seffersbach hat eine besonders wichtige Bedeutung als Kaltluftschneise, Frischluftentstehungsgebiet und als Lebensraum für Tiere und Pflanzen

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